Grundausbildung zum Certified Rabine Teacher (CRT)

Berufsbegleitende 4-jährige Grundausbildung / Fortbildung in der Rabine-Methode für Pädagogen in Gesangs- und Sprechberufen.

Das Einführungsseminar für die neue Aus- bzw. Fortbildungsgruppe findet vom 29.09. – 01.10.2017 statt. Daraufhin beginnt die Aus- bzw. Fortbildungsgruppe ab Januar 2018. Die aktive Teilnahme am Einführungsseminar ist in der Regel Voraussetzung für die Zulassung zur Aus- bzw. Fortbildungsgruppe. Über eine Zulassung wird erst nach Teilnahme am Einführungsseminar entschieden.

Jeder Gesangsstudierende, Berufssänger, Gesangslehrer, Sprechlehrer, Stimmtherapeut und Personen, die in Stimmberufen arbeiten, haben Fragen zur Stimme, z. B.: wie funktioniert die Stimme, was ist Stimmgesundheit, wie lernen wir die Stimme zu beeinflussen und zu trainieren, welche Kriterien definieren eine schöne Stimme, wie kann wissenschaftliches Material mit der subjektiven Wahrnehmung und Intuition vereint werden, u.v.m. Antworten auf diese Fragen verlangen vom Befragten Wissen über Stimmfunktion und Stimmtraining, gekoppelt mit methodischen, pädagogischen Konzepten über kinästhetisches, sensomotorisches Lernen u.v.m., die durch viele Erfahrungen geprüft sind.

Neugierde über sich selbst als ein einmaliges lebendes Instrument ermöglicht es dem Menschen sein individuelles Potenzial und seine Stimme zu erforschen. Neugierde und Fragen sind für das Lernen notwendig. Der Stimmlehrer und Studierende benötigt vier Voraussetzungen, um Fragen formulieren und Antworten finden zu können:

  1. genügend subjektives und objektives Wissen über die Stimmfunktion, sodass die Fragen formuliert werden können;
  2. Wissen darüber, wie und wo die Antworten zu finden sind;
  3. entwickelte, funktional-orientierte Kriterien, wie die während der Phonation wahrgenommenen und bewusst erlebten kinästhetischen Informationen zu bewerten sind und
  4. die Fähigkeit, diese sensomotorischen Informationen methodisch zu ordnen und pädagogisch in einem mentalen Konzept zu entwickeln und zu vermitteln.

Ein Stimmlehrer kann den Studierenden nur leiten. Es ist der Studierende selbst, der sich eine Stimmtechnik aneignet und selbst in der Stimmanwendung lernt. Deshalb ist die Qualität der Leitung, d. h. die mentalen Konzepte, das Wissen und das methodische Vorgehen, die Erfahrung sowie die ästhetischen Neigungen und die Persönlichkeit des Stimmlehrers in den Lernprozessen eines Studierenden maßgebend.

Herausforderung: Stimmlehrer vermitteln, was sie selbst als Studierende und durch Berufserfahrung gelernt haben, bzw. ihre eigene Stimmtechnik modifiziert sich durch eigene Stimmerfahrungen. Ein Studierender ist ständig mit sich selbst und seiner Stimme beschäftigt, d. h. nach innen orientiert. Stimmlehrer müssen ihre Konzentration nach außen hin zu dem Studierenden und dessen Stimme richten. Zwei völlig verschiedene mentale Konzepte, Gehör- und Wahrnehmungsvorgänge.

Wo lernt es der Sänger oder Sprecher, Lehrer zu werden? Wo erwirbt der Stimmlehrer methodisch pädagogische Fähigkeiten, die “spezifisch und zielgerichtet” am lebenden Instrument, dem Menschen, orientiert sind und auf der Basis seiner individuellen Stimmfunktion, seiner Wahrnehmung, seinem dominanten Lernprozess und seiner Persönlichkeit konzipiert sind?

Lösung: Um die erwähnte Herausforderung zu meistern, bietet das Rabine-Institut ein Aus- und Fortbildungsprogramm an. Dieses Programm wendet sich vor allem an Gesangslehrerinnen und Gesangslehrer, Sprecherinnen und Sprecher, Sängerinnen und Sänger, Gesangsstudierende, sowie auch an Chorleiterinnen und Chorleiter, Stimmtherapeutinnen und Stimmtherapeuten. Die erlernten Fähigkeiten können von diesen Berufsgruppen in die eigene Berufswelt übertragen werden.

Struktur des Aus- und Fortbildungsprogramms
Die Grundausbildung zum Certified Rabine-Teacher (CRT) ist berufsbegleitend und dauert vier Jahre mit fünf Hauptseminaren pro Jahr. Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung ist ein bestimmtes Minimum an grundlegenden musikalischen Kenntnissen.

Vermittelt werden die theoretischen Grundlagen (Anatomie, Physiologie, Neurologie, Akustik (und ihren rückwirkenden Zusammenhängen in der gesamten Stimmfunktion), Terminologie, Lernprozesse und Abläufe im kinästhetischen, sensomotorischen Training, Übungselemente, mentale Konzeptentwicklung, häufige Stimmdisphonien, u.v.m.) die in praktischen Kenntnissen (Gehör- und Warhmehmungstraing, Körper- und Stimmübungen, Beispielstunden u.a.) erlebt werden, um funktionales Stimmtraining bzw. funktionale Stimmpädagogik nach der Rabine-Methode zu unterrichten. Die Betonung der Aus- und Fortbildung liegt auf der Stimmmethodik und Stimmpädagogik; d. h. schon ab dem ersten Jahr wird der Studierende als Lehrender im Rahmen seiner Fähigkeiten und seines Wissens eingebunden.

Die Hauptseminare werden ergänzt durch regelmäßige Arbeit in kleinen Arbeitsgruppen von drei bis vier Teilnehmern. Ihre Treffen finden zwischen den Hauptseminaren statt. Im ersten und zweiten Jahr treffen sich die Arbeitsgruppen zusätzlich je einmal mit einem CRS-Mitarbeiter (Certified Rabine Supervisor) des Instituts. Im dritten und vierten Jahr erhöht sich die Zahl der Treffen mit dem Supervisor bis zu fünf Mal pro Jahr.

Es ist wichtig, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen individuellen Erfahrungen mit der Methode im Stimmunterricht erleben, indem sie regelmäßig (mindestens einmal pro Monat) bei einer vom Institut trainierten und anerkannten, ausbildungsbegleitenden Lehrerin oder Lehrer Stimmunterricht nehmen. Diese Lehrkräfte haben auch eine Supervisiorenfunktion. Sie gehen gerne auf individuelle Fragen oder Stimmprobleme der Teilnehmer durch Übungen und Erklärungen ein.

Der Abschluss dieser Grundausbildung führt zum Zertifikat Certified Rabine-Teacher (CRT).

Weitere Ziele dieser Grundausbildung sind u.a.

  1. Wissen: Wissen erlangen, über die Zusammenhänge in den komplexen Regelkreisen der Doppelventilfunktion der Stimme und ihren anatomischen, physiologischen, akustischen und deren psychosomatischen Eigenschaften, um diese zu vermitteln, zu verstehen und diese zugänglich machen zu können.
  2. Selbstwahrnehmung: Durch geleitetes Stimm- und Körperwahrnehmungstraining wird die eigene Stimmfunktion des Teilnehmers vertiefend selbst entdecket und die komplexen Zusammenhänge innerhalb der Doppelventilfunktion bewusst erlebt.
  3. Funktionales Hören, Sehen und Mitempfinden: Die Entwicklung und das Training von funktionalem Hören, Sehen und Mitempfinden, ermöglicht es dem Lehrenden, das Wahrgenommene durch stimmorientiertes Gehörtraining und das Lesen der Körpersprache anhand der optischen und akustischen Signale der Studierenden in funktionale Ursachen und Wirkungen zu übertragen.
  4. Lernprozesse: Befähigung, die komplexen psychophysiologischen Abläufe in den kinästhetischen und sensomotorischen Lernprozessen, die innerhalb einer Stimmübung und Unterrichtsstunde entstehen, zu erkennen.
  5. Übungselemente: Die Lernenden lernen die einzelnen Elemente innerhalb einer Übung zu erkennen, ihre Eigenschaften herauszuhören und ihre Bedeutung in der Stimmfunktion und im Stimmtraining zuzuordnen.
  6. Übertragung: Transfer von Stimmtrainingselementen zur Gesangsliteratur bzw. zum Textsprechen und Erkennung dessen Bedeutung. Auch wie es in der emotionalen Stimmkommunikation zu bewerkstelligen ist, wird ebenfalls vermittelt.
  7. Mentales Konzept: Es wird gelehrt, wie die Organisation dieser Informationen in methodischen und pädagogischen Konzepten, die im Stimmunterricht und im Stimmtraining angewendet werden, umgesetzt werden können.
  8. Unterrichtspraxis: Es wird durch eigenes Vorunterrichten in kleinen Arbeitsgruppen gezeigt, wie die Grundlagen der Rabine-Methode unter Supervision zu üben und anzuwenden sind. Die gewonnenen Fähigkeiten sind mit der individuellen Persönlichkeit des Lehrers verbunden.

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