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CRT Germany

Frank Selzle

CRT, Tenor, Pianist, München

Bayerische Theaterakademie August Everding

Ich kam 2011 zum ersten Mal mit der Rabine-Methode in Berührung. Eine Kollegin an der Musikschule, an der ich damals unterrichtete, empfahl mir an einem Gesangskurs bei Uwe Götz am Tegernsee teilzunehmen. Ich war von Anfang an begeistert von dem ganzkörperlichen Ansatz der Methode und den positiven Entwicklungsmöglichkeiten, die sich meiner Stimme dadurch eröffneten. Sehr viele Fragen aus meinem Gesangstudium fanden durch Uwe Götz eine nachvollziehbare, wissenschaftlich begründete Erklärung. Ich nahm in den darauf folgenden 10 Jahren an allen Kursen Teil, die Uwe Götz am Tegernsee gab. Neben meinen eigenen sehr schönen Fortschritten, nutzte ich natürlich die erlernten Körperübungen auch bei meinen SchülerInnen teilweise sehr erfolgreich. Vor allem aus Neugierde auf die Körperübungen, die ich nicht aus dem eigenen Unterricht kannte und um mehr über den Umgang mit Frauenstimmen zu lernen, entschied ich nach der Pandemie, die Ausbildung zum CRT zu beginnen.

Das Einführungsseminar brachte mir damals nur wenig neue Erkenntnisse. Keine neuen Körperübungen. Anatomische Kenntnisse hatte ich mir schon selbst angeeignet. Neu war allerdings ein Konzept zur Körperbeobachtung, die Beobachtung des sogenannten negativen Raums. Ich fuhr recht enttäuscht nach Hause und war unentschlossen und unsicher, was das CRT-Studium anging.

Am nächsten Tag unterrichtete ich eine Schülerin, bei der ich seit Ewigkeiten auf der Stelle getreten war. Überraschenderweise fielen mir gleich mehrere Dinge an ihrer Körperhaltung auf, die mir vorher nie aufgefallen waren. Ich wusste plötzlich wieder sehr konkret, woran ich mit ihr arbeiten konnte. Im Lauf der Woche hatte ich noch ein paar Mal ähnliche Erkenntnisse.

Ich beschloss, das Studium am Rabine-Institut aufzunehmen. Rückwirkend kann ich nur sagen, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Ich habe ein viel tieferes Verständnis der körperlichen Zusammenhänge beim Singen gewonnen, als ich je geahnt hatte. Wenn auch die Körperübungen alleine zu schönen Erlebnissen beim Singen führen können, erkannte ich, dass die Methode mehr ist als die Summe ihrer Teile. Es ist mehr als ein ganzkörperlicher gesangspädagogischer Ansatz. Die Methode ist im besten Sinne ganzheitlich und vermittelt neben soliden Werkzeugen für den Unterricht einen wunderbar positiven Umgang mit den anvertrauten Menschen und sich selbst. Im dritten Studienjahr bewarb ich mich in München an der bayerischen Theater-Akademie auf eine Dozentur für Stimme und Gesang. Ohne das Studium der Rabine-Methode, hätte ich diese Stelle niemals bekommen.

Das Lernen hört nie auf, aber ich kann dieses Studium jedem ans Herz legen, der wirklich verstehen will, wie Stimme und Singen unterrichten wirklich funktioniert.

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